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Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar
Ausstellungsgebäude
Schabbellhaus
Schweinsbrücke 8
D- 23966 Wismar

Zurzeit wegen Sanierung geschlossen.
Postanschrift
Beguinenstraße 4
D- 23966 Wismar
Tel: 0 38 41/22 43 110
Fax: 0 38 41/22 43 120
museum@wismar.de

Das Schabbellhaus

Seine Geschichte und Bewohner im 16. Jahrhundert

Das imposante Schabbellhaus ist nach seinem Bauherrn benannt, dem Bierbrauer und Kaufmann, Ratsherrn und späteren Bürgermeister Heinrich Schabbell, der im 16. Jahrhundert zu den einflussreichsten Kaufleuten Wismars zählte: Als Brauer verschiffte er sein Bier bis Spanien, als Bürgermeister verhandelte er mit den mecklenburgischen Herzögen u.a. über die städtische Freiheiten, als Bauherr des Schabbellhauses führte er einen neuen Baustil in der Stadt ein.

„Der Stadt zur Zierde und Ehre“ diene sein neues Brauhaus an der Frischen Grube, schrieb Schabbell später über sein Haus, das er ab 1569 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin errichten ließ. Die meisten großen Giebelhäuser in Wismar dienten gleichzeitig als Brauhäuser. Traditionellerweise bestanden diese Häuser aus einem zur Straße giebelständigen Haupthaus, das durch einen an der Rückfront angesetzten Seitenflügel erweitert wurde. Während das Haupthaus mit seinen Speichergeschossen überwiegend wirtschaftlich genutzt wurde, diente der Seitenflügel hauptsächlich als Wohnraum. Schon in der Ausrichtung seines Hauses wird Schabbells hoher, repräsentativer Anspruch deutlich: Das Haupthaus des Schabbellhauses fügt sich nicht in die Reihe der Giebelhäuser an der Schweinsbrücke ein, sondern wendet seinen Giebel selbstbewußt der Nikolaikirche und dem früheren nördlichen Stadtausgang zu. Der Seitenflügel ist nicht wie sonst üblich als hofseitiger Anbau ausgeführt, sondern erstreckt sich als eigenständiger Baukörper an der Frischen Grube. Die Straßenfassaden des Schabbellhauses zeigen eine reiche Sandsteindekoration, die sich wirkungsvoll von dem Ziegelmauerwerk abhebt. Diese Materialkomposition aus Sandstein und Backstein stammt aus den Niederlanden und verbreitete sich im 16. Jahrhundert von dort über ganz Nordeuropa. Das Schabbellhaus ist der erste Bau im Ostseegebiet, der diesen niederländischen Einfluß zeigt.
© by Stadtgeschichtliches Museum Schabbellhaus Hansestadt Wismar